Als im letzten Sommer "XOXO" veröffentlicht wurde und der Hype um Casper begann, kannte ich den jungen Bielefelder kaum. Nur einmal hatte ich in Kontrolle/Schlaf reingehört. Fand ich damals ganz Ok, mehr aber nicht. Bis zu der einen schicksalhaften Autofahrt (das ist jetzt übertrieben) zu einem Festival, als im Auto einer Freundin der Song "XOXO" lief. Da war es um mich geschehen.
Wieder vom Festival zurück, zog ich mir alles von Casper rein was ich nur finden konnte: Videos, Interview, Konzerte auf Tape.tv - Der Hype hatte auch mich erwischt. Mir taugten die Texte, die von der kaputten Familie, jugendlicher Verzweiflung und verlorenen Freunden handelten.
Nach der ausverkauften Tour im Herbst vergangenen Jahr, wurden für dieses Frühjahr Zusatzkonzert angesetzt. Da war es nur die logische Konsequenz mir ein Karte zu kaufen.
Monate später war mein persönlicher Casper-Hype abgeflaut, wie das oft so ist, wenn man sich Monate im Voraus Karten kauft.
Gestern fand dann der Konzert im Nürnberger Löwensaal, in der Nähe des Zoos statt (Quelle einiger Witze über Herren Tierlieb). Um gleich zum Punkt zu kommen: Der Löwensaal ist eine Scheiß-Location. Ein 70er Jahre Bau. Der Konzertsaal ist halbkreisförmig. Durch die Eingangstür kommt man links zur Bühne hin raus. Da der Saal schon gut gefüllt war, war es aussichtslos weiter nach vorne zu kommen. Aus meiner Ich-muss-unbedingt-in-die-erste-Reihe-sonst-sterbe-ich-Phase bin ich schon lange raus. Leider sind 161 cm nicht gerade groß, wenn hochgewachsene minderjährige Jungs vor einem stehen.
Die Vorband Azumjot hat mich nicht überzeugt. Ich bin nicht so der Hip-Hop-Head, bis eben auf wenige ausnahmen. Außerdem war der Sound so schlecht, dass man kaum ein Wort verstand. Ich befürchtete schon das schlimmste.
Aber als Benjamin Griffey mit seiner Band, versteckt hinter Wolfsmaksen mit leuchtenden Augen, die Bühne betrat, wurden meine Zweifel widerlegt. Der Sound passte.
Mit dem Kracher der "Druck steigt/Blut sehen" wurde das Konzert eröffnet. Trotz Grippe gab Casper alles. Springen, abgehen, Mikrophon rum schleudern - Dem Mann taugts sichtlich auf der Bühne. Was ihm weniger taugte war, dass mindestens zwei Mikros ihren Geist aufgaben. Kam wohl vom vielen rum schleudern.
So gut wie alle Songs aus "XOXO" wurden gespielt - einzige Ausnahme "230409". Auch die älteren Gassenhauer wie "Casper Bumaye" und "Hin zur Sonne" wurden gespielt. Die älteren Sachen sind aber nicht so mein Geschmack. Ich bin halt ein Indie hörendes Mädchen.
Mein Lieblingslied "Michael X" wurde mit Piano Begleitung gespielt. Bei dem Lied muss ich immer an meinem Vater denken, den ich mit Casper infiziert hab. Was jetzt noch fehlte war "So Perfekt" - das gabs als Zugabe auf die Ohren. Mit einem hüpfenden und singenden Publikum ging das Konzert zu Ende.
Was mir bei diesem Konzert aufgefallen ist bzw. was mir in letzter Zeit immer wieder auffällt, sind die iPhones und andere Smartphones, die fast die ganze Zeit in die Luft gehalten werden um zu filmen und Fotos machen. Gut, ich mach auch Fotos. Aber nicht ausschließlich. Naja, das ist wohl die heutige Konzertkultur.
Hier nochmal mein Lieblingslied:
Wenn ich jetzt ein kleiner Teenie wäre, würde ich schreiben, wie gut der Typ aussieht. Aber so was machte ich naütrlich nicht. Seriösität und so.
haha herr tierlieb =)
AntwortenLöschenja echt schlimm heutzutage mit teens & technik!!