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Mittwoch, 10. August 2011

"Die besten Partys sind die, an die man sich nicht erinnern kann"

Ich glaube, auf der Welt gibt es kaum jemanden der die Rolling Stones nicht kennt. Klar, in meiner Generation sind sie eher als alte tourende Greise bekannt. Als Fan dieser Truppe würde ich mich nicht bezeichnen. Ganz im Gegenteil. Ich kenne nur eine handvoll iherer Songs. Das großartige "paint it black" kenne ich zum Beispiel nur durch SingStar.

Aber da ich eine ausgesprochene Leidenschaft für Skandale und Tratschgeschichten von Prominenten habe, spitze ich seit Jahren die Ohren wenn etwas über die Rolling Stones im Fernsehen kommt. Sind die Briten doch quasi die Mitbegründer des "Sex,Drugs & Rock´n´Roll-Mythos".
Letztes Jahr erschien die Biographei des legendären Gitarristen Keith Richards. Also Ehrensache, dass ich diesen Wälzer wissbegierig verschlang.

Richards beginnt seine Memoiran mit einer Szene aus den 70er Jahren. Der Hochzeit seines Drogenkonsums. Mitten auf Tour durch den mittleren Westen der USA wird sein Auto von der Polizei gestoppt. Was kein Problem wäre, wäre er nicht stoned und das Auto randvoll mit Drogen vollgestopft...

Der Gitarrist lässt nichts aus. Sei es seine Kindheit und Jugend in einem Londoner Arbeiterviertel, die Liebe zur Musik - allen voran zum Blues. Oder den Tag als er Mick Jagger traff.
Von der ersten Bandprobe an reflektiert Richards die Geschichte seiner Band, die sein Leben verändert hat. Er erzählt von den Differenzen mit Mick Jagger, dem Leben auf Tour und dem tragischen Tod des Gründungsmitglieds Brian Jones. Jones starb mit 27 und gehört so wie die jüngst verstorbene Amy Winehouse zum legendären "Club 27".
Natürlich kommen auch die Partys nicht zu kurz. Demulierte Hotelzimmer, verärgerte Polizisten und Zitate wie der Titel dieses Posts, zeigen wie hart damals Party gemacht wurde.
Aber auch priavtes kommt nicht zu kurz. Ein Großteil des Buchs nehmen natürlich Keiths Weibergeschichten ein. Groupies, Fans - all das hat Keith weniger interessiert. Lieber hatte er Affären und Beziehungen. Wie zum Beispiel mit dem deutschen Model Uschi Obermeier. Oder die verhängnissvolle, jahrelange Beziehung zum Modell/Schauspielerin Anita Pallenberg, mit der er drei Kinder hat. Ihr jüngster Sohn verstarb als Baby am plötzlichen Kindstod.
Natürlich erzählt Keith auch von seiner Drogensucht. Die den Anfang nahm mit Dope. Je bekannter die "Sones" wurden, desto härter wurden die Drogen. Fuhr er Ende der 60er Jahre noch mit Brian Jones, Anita Pallenberg, Mick Jagger und Marianne Faithfull aus Spaß nach Marroko um dort höchwertiges Heroin zu konsumieren. Wenige Jahre später war er höchstgradige Heroinabhängig. Ab und zu eine Line Koks, ein bisschen Speed oder gar Speedballs - In den 70ern ging bei Keith nichts mehr ohne die Drogen. Es brauchte zahlreiche Entzüge um vom harten Stoff runter zu kommen. Und auch seine langjährige Lebensgefährtin Pallenberg war dem Heroin verfallen. Was letztendlich zur Trennung führte...


Richards "Live" ist so geschrieben, wie der Gitarrist spricht. Schimpfwörter sind auf fast jeder Seite zu finden, was das Buch noch authentischer macht. O-Töne von Verwandten, Freunden und Wegbegleiter runden die Biographie ab.
Fazit: Ein rundherum tolles Buch. Nicht nur für Fans der "Rolling Stones". Naja, eher für alle geeignet die sich mit Musik beschäftgen und mehr über die legendären 60er und 70er lesen möchten.

Oh, bervor ich es vergessen: In seiner Biographie räumt Keith Richards mit Gerüchten auf. So hat er nie die Asche seines Vaters mit einer Line Koks geschnupft. Und die Story über den kompletten Blutaustausch in der Schweiz ist auch erstunken und erlogen.

Freitag, 17. Juni 2011

Du bist, was du liest!

Durch diverse Blogs bin ich auf eine Aktion gestoßen, die gerade durch das Internet geistert. Gesucht werden "die 100 neuen Lieblingsbücher der Deutschen". Nähere Infos findet ihr hier.
Natürlich lass ich mir es nicht nehmen, mit zu machen. Ist Literatur doch eine meiner größten Leidenschaften.
Deswegen, präsentiere ich euch nun mit stolzgeschwellter Brust meine 15 gedruckten Lieblinge. Die Reihenfolge spielt dabei keinerlei Rolle.

the tokyo diaries - david schumann
unterm rad - hermann hesse
kaltblütig - truman capote
wer die nachtigall stört - harper lee
harry potter und die kammer des schreckens - joanne k. rowling
die speed queen - stewart o`nan
der fänger im roggen - j.d. sallinger
die verwandlung - franz kafka
anna karenina - leo n. tolstoi
mädchenmörder - thea dorn
das geisterhaus - isabell allende
die asche meiner mutter - frank mccourt
winterbucht - mats wahl
hotel new hampshire - john irving
es - stephen king

Buh, war gar nicht so einfach und hat ne Menge Gehirnschmalz erfordert, bis ich das zusammen hatte. Ich merke gerade, ich sollte wieder mehr lesen.

Donnerstag, 2. September 2010

Das Leben ist keine Waldorfschule

Als ich vor kurzem an meinem zukünftigen Wohnort war, ertstand ich mir in einer der örtlichen Buchhandlungen nach langem stöbern ein Buch mit dem schönen Titel "Das Leben ist keine Walldorfschule" von Mischa-Sarim Verollet.
Verollet ist ein bekannter Poetry Slam-Mensch. Einige seiner Slam Beiträge finden sich auch in "Das Leben ist keine Walldorfschule". Verollet schreibt über die Tücken des Alltages, polnische Hochzeiten, Rache an kleinen, nervigen Schulkinder und das teilweiße in so lustiger und charmanterweiße, dass ich mir auf meiner Heimfahrt im Zug durch die fränkische Provinz das Lachen nicht verkneifen konnte. Die Schaffnerin schenkte mir daraufhin ein mildes Lächeln.

Hier eine Kostprobe (im Buch fand ich das ganze so gar noch lustiger):



Und als ich dann das las, wusste ich es: Der Typ hat es drauf! Der Typ hat es drauf!
Wenn mich jemand fragen würde, welchen Schreibstil ich bewundere, wen ich mir als Vorbild aussuchen würde, ja dann, dann würde meine Antwort  ganz klar Mischa-Sarim Verollet lauten. Man, der Typ hats drauf (und er hat sogar schönere Locken als ich). Er hats einfach nur drauf.

Irgendwann will muss ich auch bei so einem Poetry Slam Ding teilnehmenen. Unbedingt sogar.