Hausaufgaben? Die mach ich später. Zimmer aufräumen? Das hat doch noch bis morgen Zeit. Zahnarzttermin? Naja, den kann ich ja nächste Woche immer noch ausmachen. Oder am besten gleich nächsten Monat, da passt es mir viel besser.
Wohl die meisten von uns können sich in einer dieser Ausreden wiedererkennen. Kein Mensch macht etwas unangenehmes freiwillig. Lernen, putzen, Ferienjob suchen – es gibt eben schönere Dinge im Leben als so einen Kram. Das ungeliebte Zeug wird erst mal zur Seite geschoben und kein Gedanken mehr daran verschwendet. Begraben unter einem Berg von anderen Aufgaben ruht es nun.
Damit das so bleibt, wird ein Ablenkungsprogramm gestartet. Den Fernseher einschalten und eine bescheuerte Nachmittagssendung gucken, ist immer eine gute Alternative zu allem Ungeliebten.
Ich zum Beispiele drück mich vorm Lernen, in dem ich diesen Text hier verfasse.
Dass das keine Lösung ist, wissen wir alle. Irgendwann lässt sich das alles nicht mehr vermeiden. Irgendwann beginnt es im Hinterkopf zu brodeln. Das schlechte Gewissen meldet sich zu Wort. Und das lautstark. Die Laune sinkt auf den Tiefpunkt.
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ ermahnt uns schon ein Sprichwort. Ein ziemlich doofes zugegeben. Aber leider ist da etwas wahres dran.
Mit dem lernen ist es immer besonders grausam. Niemand hat besonders Lust drauf, aber es muss nun mal sein. Je näher der Termin der Schulaufgabe oder der Prüfung rückt, desto schlimmer wird es. Auch wenn man nicht lernt, die Prüfung wird stattfinden. Da gibt es kein Entkommen.
Warum man sich nicht gleich Zeit nimmt und die unangenehmen Dinge angeht? Warum man versucht zu verdrängen? Warum man sich erst mit Gewissensbissen herumschlagen muss, bis man endlich los legt? Ich hab keine Ahnung.
Wahrscheinlich ist es einfach der naive Wunsch, dass die Prüfung oder der Zahnarzttermin nicht statt finden, wenn man sich nicht drum kümmert. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ - schon wieder so ein doofes Sprichwort.
So oder so ähnlich demnächst in einer kleinen Tageszeitung zu lesen
Ein toller Text! Auch ein guter Ansatz für einen Slamtext!
AntwortenLöschenNur irgendwie fehlt die Pointe, bzw. die Moral... Also irgendwie die "Lösung" für das "Aus-den-Augen"-Problem. Da fehlt irgendwie noch so der letzte Satz, dann wärs perfekt :)
gefällt mir :)
AntwortenLöschenOuuh, dankeschöne :) Hätte nicht gedacht, dass ich damit auf so ein Feedback stoße.
AntwortenLöschen@Dudu: Ja, beim schreiben hatte ich auch Poetry Slam im Kopf (obwohl das eigentlich ein Kommentar sein soll^^)