Dienstag, 3. August 2010

Arbeit nervt!

Das Leben von Schülern und Studenten ist nicht immer leicht. Man ist oft pleite oder in Gedanken bei dem wenigen Geld, dass man unter der Matratze geschoben hat.
Hach, wie war das Leben ,Geldtechnisches gesehen, als Azubi schön. Mit gerade mal 16 jeden Monat hunderte von Euronen auf dem Konto zu haben... Ich habe es nicht zu würdigen gewusst.

Im Juni machte ich zum ersten Mal so einen richtigen Ferienjob in einer Fabrik. Die ersten drei Tage waren schrecklich. Ich hatte ziemlich Angst was mit den Maschinen falsch zu machen oder mir die Finger abzuhacken und die Fabrikarbeiterinnen werden wohl auch nie meine ABFs werden. Ich musste schwer heben, mich viel bücken. Gut, ich bin erst 20 aber ich hab seit jeher Probleme mit den Knien.
Dann kam ich in eine andere Abteilung und drehte jeden Tag 8 Stunden lang Flaschen zu.
Nach einer Woche war der Job vorbei. Erleichtert konnte ich wieder aufatmen und am Ende des Monats erfreut feststellen, dass sich die Quallen doch noch gelohnt hatten. Dennoch wollte ich nicht mehr in einer Fabrik arbeiten (Meine Mutter meint, ich wäre zu sensibel dazu^^ Meine Cousine sagt, meine Hände wären für harte Arbeit zu klein -.-).
Nun ja, vor einiger Zeit klingelte Samstag Vormittag (!) das Telefon. Eine Frau war dran. Die Fabrik würde niemand mehr einstellen, sie bräuchte aber noch Ferienjobber. Das würde zwar nicht über die Fabrik laufen, aber sie wären auf dem Gelände der Fabrik. Ich könnte sofort anfangen.
Ich war ziemlich überrumpelt und perplex. Sagte für die nächste Woche zu und das Gespräch war beendet.
Es ging alles so furchtbar schnell. Ich wusste nicht wie viel ich verdienen würde oder über welche Firma das ganze laufen würde. Eine Telefonnummer hatte ich auch keine. Wie gesagt, ich wurde mit diesem Anruf ziemlich überrumpelt. Klingt doof, war aber wirklich so. Mit sowas rechnet ja niemand.
Gestern, am Montag, schlurfte ich dann in aller Herr Gotts Früh aufs Gelände der Fabrik, bereit für die Arbeit. Überrascht stellten sie fest dass ich überhaupt noch aufgetaucht bin O.o Sofort wurde ich für die Arbeit eingeteilt und kam wieder nicht dazu meine Fragen zu stellen und unterschrieb nicht mal einen Arbeitsvertrag. Die anderen zwei Ferienjobber, die das schon seit einer Woche machten, hatten auch übrigens keinen Vertrag oder ähnliches. Feste Arbeitszeiten gabs übrigens auch nicht.
Gut, die Arbeit war OK. Ich hab den ganzen Tag Flaschen aus einer Kiste in eine andere Kiste gepackt. Ständig, wirklich ständig wurden Raucher-Pausen gemacht. Was ich auch irgendwie seltsam fand.
Um 14 Uhr war erstmal Feierabend. Ein bisschen merkwürdig fand ich die Sache schon, aber ich war erstmal erleichtert, dass ich nichts mit Maschinen zu tun hatte.
Gestern Abend so gegen 8 saß ich im Wohnzimmer, unterhielt mich gerade mit Muttern und ihrem Freund als das Telefon klingelte. Ich ging ran.
Es war die Frau, die fragte ob ich ein Auto hätte. Perplex wie immer sagte ich natürlich Ja. Stimmt ja auch. Gut, denn es hätte sich was geändert. Sie wären jetzt nicht mehr in Neuburg sondern Bonsal. Bonsal? Das klang für mich irgendwie ausländisch. Ich hatte keine Ahnug wo das ist! Ich müsste da morgen hin fahren. Die Dame gab mir eine Wegbeschreibung und endlich zwei ihrer Telefonnummern. Ich legte auf und sofort klingelte wieder das Telefon. Sie war es wieder. Ich müsste die anderen zwei Ferienjobber auch mitnehmen, weil sie deren Nummern verschlampt hatte. Im Klartext: Ich hätte die in der Früh vor der Fabrik abpassen müssen und sie dann nach Bonsal fahren müssen. WTF?!
Davon dass ich auch woanders hin zum arbeiten müsste war nie die Rede. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich erst gar nicht erst zugesagt, da ich keine Lust drauf hatte durch die Gegend zu fahren. Noch dazu mit fremden Leuten. Noch dazu hatte ich keine Arbeitsvertrag. Was wäre wenn ich ein Autounfall hätte? Das war ja quasi Schwarzarbeit? Und die Spritkosten nicht zu vergessen.
Während des Gesprächs war ich so perplex. Glaubt mir, in so einer Situation hätten wohl die Meisten so reagiert und zu allem Ja und Amen gesagt. Wieder wurde ich so überrumpelt.
Muttern und ihr Freund fanden das auch ziemlich merkwürdig. Nun gut, ich versuchte sie den ganzen Abend anzurufen. Beide Nummern. Es ging niemand hin.
Ich wollte nicht nach Bonsal fahren, noch dazu da der Freund meiner Mutter wirklich dringend das Auto brauchte und ich das vergessen hatte.
Ich könnte kaum schlafen und wusste einfach nicht was ich tun sollte. Denkt ruhig euren Teil über mich, aber ich kann mich nur wiederholen, ich bin so überrumpelt worden. Das ging alles so schnell.
Ich rief also heute in der Früh um 6 nochmal an, in der Hoffnung dass jetzt jemand ran gehen würde. Es ging auch jemand ran. Ein Mann, der von nichts so richtig eine Ahnung hatte. Ihm schilderte ich eben mein Problem. Die Antwort war nur: "Au weh Zwick!" Toll -.-
Irgendwie pennte ich dann doch noch ein. Bin mit Kopfschmerzen wieder aufgewacht und habe erneut versucht die Dame anzurufen, es ging nur wieder dar Mann ran. Hallo?! Warum hat sie mir die scheiß Nummer gegeben, wenn ihr Mann das Handy hat?! Ich verstehe es echt nicht...
Jetzt sitze ich also hier mit zerzaustem Haar und Augenringen bis zum Boden und weiß nicht was ich tun soll. Die ganze Sache kommt mir spanisch vor. Kein Arbeitsvertrag, keine genauen Infos, keine Stempelkarte, NICHTS. Ich meine, die wollten ja nicht mal meine Lohnsteuerkarte!
Ich weiß jetzt echt nicht was ich tun soll. Soll ichs schmeißen? Habe ich es schon geschmießen? Warum kann mir niemand genaue Infos geben?
Man, ich will doch nur irgendwas richtiges mit Arbeitsvertrag, damit ich abgesichert bin.
Klar, wäre es Schade ums Geld, aber ich werde schon nicht gleich am Hungertuch nagen.
Die ganze Sache stinkt.
Ich fühle mich wie das letzte Arschloch. Ich hab Schuldgefühle. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Ich hab noch nie in meinem Leben irgendwas hin geschmießen...

9 Kommentare:

  1. Ich glaube, das war die richtige Entscheidung. Schien doch alles extrem suspekt zu sein, wer weiß, wo die dich da hinlotsen wollten ö.ö Und da du eh nichts unterschrieben hast, können sie dir auch nichts vorwerfen, ganz abgesehen davon, dass sie eh überrascht waren, dich am ersten Tag zu sehen. Und ganz ehrlich: Es ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich einen halbwegs guten Nebenjob zu finden, da muss man sich nicht auf so zwielichtige Geschäfte einlassen...! Ne nee, ich finde, das war richtig!
    btw: Ich hätte mich wohl auch so verhalten, mit den Zusagen und Wahrheit sagen und so. Vielleicht ist es nicht immer das beste, erstmal vom Guten auszugehen, also, dass da alles in Ordnung ist, wenn man wem was erzählt/bei etwas zusagt, aber da wachsen wir schon noch raus ;D

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  2. Echt eine merkwürdige Angelegenheit. Ich fands auch ein bisschen merkwürdig, dass die Fabrik meine Bewerbung an Dritte weiter gegeben haben :/

    Ich hoff auch seeehr, dass wir aus so was noch rauß wachsen .____.

    Ja, ich geb die Suche nach nem guten Job nicht auf :)

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  3. Also ich arbeite nebenbei auf 400€-Basis in der Eisdiele. Ich habe auch keinen Arbeitsvertrag und die Lohnsteuerkarte wollten sie auch nicht, ganz anders als bei meinem 400€-Job bei Lidl damals. Deshalb glaube ich brauchst du dir noch nicht unbedingt Sorgen machen. Aber mein Chef und die anderen Angestellten sind auch alle sehr nett zu mir und haben in den letzten drei Monaten nie etwas derartiges verlangt. Deshalb würde ich die Fabriksache definitiv auch bleiben lassen.
    Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen dass Kassiertätigkeiten immer ganz gut sind ,) Kontakt zu Leuten, nicht zu harte Arbeit, gutes Geld. Zumindest war das bei mir bisher so.
    Du findest sicher noch etwas Tolles was dir auch ein bisschen Spaß macht :D

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  4. Danke für deine Kommentar Me11a :)

    Ja, ich geb die Suche nicht auf und lass mal die Finger von der Fabrik

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  5. ja ich sach nur, dass du echt froh sein kannst, dass das nur son beknackter ferienjob is, auf den du nich angewiesen bist und einfach so hinschmeißen kannst. ne menge leute müssen so ne scheiße ihr leben lang machen, weil sie sonst von hartz IV leben müssen und dabei sogar mehr kriegen also vorher...

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  6. Ja, das stimmt. Bei so einem Job ist man dann im Nachhinein schon froh, dass man davon nicht abhängig ist.
    Aber wie gesagt, die Arbeit war diesmal nicht das Problem. Die Zeit verging schnell etc. Was mich so nervt ist dieses unseriöse. Ich habe immer noch niemanden erreicht oder umgekehrt.
    Ich werde morgen auch mal bei der Fabrik ( bei der ich ja diesmal nicht angestellt war) anrufen und das klar stellen.

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  7. Hab weiter versucht die Leute zu erreichen. Vergeblich. Wurde nicht zurück gelesen. Habe also keinen Job mehr... Naja, was solls

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  8. äh gerufen!! Wie komm ich auf gelesen?!

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